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Mach’s wie Newton: Großes denken und Brücken bauen

Großes muss auch groß geschrieben werden. Friederike Straub macht daraus eine Kunst. Das Markenzeichen der Münchner Künstlerin und Grafik-Designerin sind Handschriften im XXL-Format. Kunst zur Sprache bringen – und umgekehrt – ist ihr Prinzip, „damit Wichtiges vernehmlich wird“. Ihr neuestes Werk rückt eine Erkenntnis von Sir Isaac Newton ins Bewusstsein der Gegenwart: „We build too many walls and not enough bridges“. Es sind bis zu 1,50 Meter große, mit japanischer Tusche geschriebene Lettern, die in „Sophia’s“, der Bar vom Hotel „The Charles“ im Herzen Münchens, einen künstlerischen Weckruf setzen.

Brücken bauen statt Mauern: Die Erkenntnis von Sir Isaac Newton (1642-1727) hat in knapp drei Jahrhunderten nichts an Aktualität verloren. Im Gegenteil. Der englische Physiker, Mathematiker, Astronom, und Philosoph und Verfasser der „Philosophiae Naturalis Principia Mathematica“ (1687) hatte der Menschheit gewissermaßen hinter den Spiegel gesteckt, welcher Voraussetzungen es für wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt und ein gedeihliches Miteinander der Kulturen bedarf. Zusammen mit den Universalgelehrten René Descartes in Frankreich, Gottfried Wilhelm Leibnitz in Deutschland zählte Newton zu den Vordenkern der Aufklärung im Sinne eines Postulats der Herrschaft der Vernunft.

Isaac Newton using prism to break white light into spectrum

Eine neue Sicht auf die Welt: Sir Isaac Newton zählt zu den größten Wissenschaftlern und Vordenkern der Menschheitsgeschichte

Newton war ein „Kind der Globalisierung“. Im 17. und 18. Jahrhundert war das britische Empire „der Nabel“ der Welt. Und zwar der Alten und der Neuen Welt, deren ökonomischen, kulturellen und religiösen Gegensätze in dieser Zeit ziemlich hart aufeinander prallten. Für einen reflektierten Gelehrten wie Newton muss sich mit dem „Clash of Cultures“ eine nur sehr schwer erträgliche Widersprüchlichkeit verbunden haben – und damit eine zwangsläufige  Notwendigkeit zum „Brücken bauen“.

Vermutlich wäre der Wissenschaftler Isaac Newton ziemlich begeistert gewesen, welche Möglichkeiten das 21. Jahrhundert zum Brückenbau liefert: weltweite Vernetzung, grenzenlose Information und Kommunikation, der sekundenschnelle Zugriff auf das gesamte Wissen der Welt, Wissenschaft und Forschung auf höchstem Niveau und Fortschritt im Zeitraffer.

Vermutlich würde er sich aber auch verwundert die Augen reiben: Trotz all  dieses Fortschritts sähe er noch immer Unterdrückung, Armut und Kriege, Flucht und Vertreibung, Klimawandel und Raubbau an den natürlichen Ressourcen, wieder erstarkende Nationalismen, Ab- und Ausgrenzungen sowie die Rückkehr religiöser Barbareien von mittelalterlichen Ausmaßen. Und vermutlich würde er jetzt erst recht noch einmal unterstreichen: „We build too many walls and not enough bridges“. Das ist aber nur Spekulation. Zweifellos richtig ist, dass Friederike Straub uns diesen Satz noch einmal aufgeschrieben hat. In ganz großen Buchstaben, damit er auch nicht zu übersehen ist.

 

 

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