WILLKOMMEN BEI INSOMI e.V.

Erfolgserlebnisse

Integration ist ein Geben und Nehmen. Das Mentorenprojekt von INSOMI wird deswegen immer auch zu einer spannenden gemeinsamen Entdeckungsreise für Mentoren und Mentees. Eindrücke aus dem gelebten Miteinander von Christian Meeder:

Seit knapp drei Wochen begleiten wir – Eltern mit drei Töchtern und zwei Hunden – eine iranische Familie als Mentoren. Ein jüngeres Ehepaar mit Tochter, Sohn und weiterem Jüngling, der bald das Licht dieser Welt erblicken wird. Am Anfang unserer Begegnung stand ein bisschen Aufgeregtsein, dann vorsichtiges Beschnuppern, Kennenlernen, das Überwinden sprachlicher Hürden. Wir waren uns sehr bald gegenseitig sympathisch, lachten, spielten mit den Kindern. Schon nach dem ersten Treffen herzliche Verabschiedung. Das war ein perfekter Start.

Kleine Erlebnisse ganz groß

Im Familienrat besprachen wir, am folgenden Wochenende einen kleinen Spaziergang im Pasinger Wald zu machen. Wir schlenderen durch das sonnendurchflutete Gehölz, der fünfjährige Junge planscht mit einem unserer Hunde im Wasser, kommt bald zu mir, redet mich mit „Papi“ an, ergreift meine Hand und geht mit uns weiter spazieren. Ein ungewohntes Gefühl für mich als Vater von drei Töchtern. Die iranische Familie macht in diesen Momenten einen glücklichen Eindruck, ist froh, mal „rauszukommen“. Die Mutter bleibt plötzlich stehen, schaut zu den Baumkronen und sagt, dass sie die Bäume, die Natur, das Grün liebe. Klar, wir lieben auch unsere Natur, aber so bewusst, so einatmend? Da können wir auch etwa lernen. Dann geht´s noch zur Eisdiele, zum Abschluss ein Döner. Ein toller Nachmittag, alle und alles ganz entspannt, und immer diese unendliche Höflichkeit und Dankbarkeit der iranischen Familie, immer wieder danke, danke, nochmals danke.

Geburtstagsfeier mit Tücken
Der Geburtstag des Jungen steht an. Wir sollen dazukommen. Die Tage davor überlegen wir in der Familie, wie wir dem Jungen eine Freude bereiten können. Unsere Kinder haben prima Ideen. Freitagnachmittag fahren wir hin, doch die Stimmung ist ein wenig getrübt. Die schwangere Mutter hat Schmerzen. War zwar schon vormittags beim Arzt, hat aber nicht geholfen. Wenn’s nicht besser wird, soll sie ins Krankenhaus kommen. Die Feier fällt aus, mit der Mutter ins Krankenhaus, stundenlanges Warten, Untersuchung, Gott sei Dank muss sie nicht da bleiben, sondern wir bringen sie kurz vor Mitternacht „nach Hause“.

Wochenende. Wir treffen uns für ein paar Stunden. Unsere Kinder sind nicht dabei, die beiden iranischen Kinder sind deswegen etwas traurig. Wir besprechen, dass wir für die neue Woche Arzttermine zu organisieren versuchen. Montagvormittag der eine Arzt, Mittwoch der andere. Und selbstverständlich holen wir die schwangere Mutter ab und begleiten sie. Als Übersetzer haben wir unseren iranischen Apotheker via Mobilphone „dabei“. Funktioniert alles bestens, die vermeintlichen Probleme lösen sich alle im Münchner Himmel auf. Alle sind glücklich.

Und endlich in den Kindergarten
Ach ja, nach erstem informellen Treffen in der Vorwoche („haben Sie noch einen Platz frei?“) am Dienstag dann noch gemeinsames Treffen zwischen der iranischen Familie mit der engagierten Leiterin eines wunderbaren Kindergartens … toller, aufgeschlossener Junge, braucht Ablenkung und Zuneigung …  würde wunderbar in diese Kindergemeinschaft hineinpassen (das trauen wir uns zu sagen: Schließlich haben wir haben den Kindergarten über zehn Jahre hintereinander mit unseren Kindern genießen dürfen). Wäre unendlich schön, wenn’s klappt …. WAAAS? Es klappt! Unglaublich, alle freuen sich, danke, danke, danke. Nur einer ist traurig. Der Junge. Weil er nicht gleich am nächsten Tag wieder in den Kindergarten gehen darf, sondern erst im September.

Fazit der ersten drei Wochen: Wir sind dankbar und glücklich, dieser super netten Flüchtlingsfamilie zur Seite stehen und helfen zu dürfen. Gib Freude, und du wirst Freude ernten.

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