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Kochen tut gut

Integration geht durch den Magen. Für ein Welt-Kochbuch stellte sich eine junge kongolesische Frau an den Herd. Ihre Mentorin war mit von der Partie. Eindrücke von Karin Fink:

Ein Kochbuch mit Rezepten von Flüchtlingen aus aller Welt – als ich von der Idee gehört habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Greta, um die ich mich seit März dieses Jahres kümmere, hatte ich schon oft in der Küche beim Zubereiten von sehr interessanten Mahlzeiten zugeschaut. Wie gut das geduftet hat! Hühnchen mit Erdnussbutter, Hirsebrei oder Gemüse, von dem ich noch nie zuvor etwas gehört hatte. Das Essen sah immer lecker aus, und die beste Referenz waren ihre kongolesischen Freunde, die in ihrem Zimmer saßen und augenscheinlich voller Vorfreude auf die Mahlzeit gewartet haben.

Letzte Woche kam dann eine Anfrage der Inneren Mission, ob Greta Lust hätte, an dem Kochbuchprojekt teilzunehmen. Es war sofort klar, dass sie wollen wird…

Erdnüsse und Pondu

Samstag haben wir uns dann gemeinsam auf den Weg nach Schwabing gemacht. Zuvor mussten wir Station bei dem Afrikaladen in der Nähe des Hauptbahnhofs machen. Wir haben dort original kongolesische Erdnüsse erstanden und Pondu gekauft, ein afrikanisches Gemüse, das Greta besonders gern isst.

Zuvor hatte ich bereits mit den Initiatorinnen des Buches Kontakt aufgenommen und daraufhin mit Greta zusammen ein Menü zusammengestellt. Eine Fotografin hatte in Schwabing ein Fotostudio aufgetan, in dem wir uns gegen 10 Uhr treffen sollten. Dort konnte man wunderbar kochen, sich unterhalten und gemeinsam Kaffee trinken. Da Greta nur kongolesisch oder französisch spricht, habe ich mich als Dolmetscherin und Organisatorin dem tagesfüllenden Projekt angeschlossen.

Ein köstliches Gelingen

Als Vorspeise gab es Kochbananen mit Erdnusssauce. Hauptgang war ein Fisch in Tomatensauce mit dem erwähnten Pondu und zum Dessert eine Art kongolesische Krapfen. Greta hat erwartungsgemäß sehr souverän und gut gekocht. Alle Gerichte sind hervorragend gelungen und es hat köstlich geschmeckt.

Aber auch der Ausflug in die Stadt, in eine top ausgestattete und gepflegte Küche, in der sie einmal zeigen konnte, welche kulturellen und kulinarischen Fähigkeiten sie aus ihrem Land im Gepäck hatte, haben Greta sehr gut getan. Zudem kannte sie von München bislang nur den Hauptbahnhof und die Gegend rund um das KVR. Als Mentorin finde ich leider viel zu wenig Zeit, mich um die „netten Ausflüge“ mit meiner Schutzbefohlenen zu kümmern. Dazu sind die Behördengänge zu zäh und zeitraubend.

Mit viel Liebe zubereitet

Einziger Wermutstropfen unserer Kochaktion: Wenn sich die Stimmung gegenüber Flüchtlingen und ihrer Integration in der Bevölkerung weiterhin verschlechtert, fürchten die drei Initiatorinnen, dass ihr Verlag abspringen wird und das Buch nicht gedruckt werden wird. Das wäre sehr schade für alle Beteiligten – und die Leserinnen und Leser. Sie würden dann nicht erfahren, was Greta und all die anderen Geflüchteten mit viel Liebe für sie zubereitet haben.

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