WILLKOMMEN BEI INSOMI e.V.

Glückwunsch zum Einjährigen

Vor einem Jahr wurde INSOMI aus der Taufe gehoben. Am Anfang stand eine Idee, daraus wurde eine Vision, die Großes auch im Kleinen bewegt. Ein Gründungsmitglied erinnert sich:

12.09.2015         So fing alles an. „Liebe Freunde, … eine Einladung? Ja, aber diesmal eine andere. Kein Maifest, kein Weinabend, kein Gartenfest, sondern…  eine Einladung zu einem Treffen, das hoffentlich die Geburtsstunde einer zündenden Idee ist, um die langfristige Integration von Flüchtlingen zu unterstützen.“

19.09.2015         Und so trafen sich vor exakt einem Jahr etwa 25 neugierige, engagierte, interessierte Menschen aus unserem Freundeskreis in Pasing und Gräfelfing. Wir alle waren tief beeindruckt von der spontanen und unendlich großen Hilfsbereitschaft, die Münchner Freiwillige am Münchner Bahnhof leisteten, um den nicht enden wollenden Strom von Flüchtlingen erstzuversorgen. Doch danach?

Brainstorming. Viele tolle Ideen sprudelten nur so heraus. Die Bereitschaft, sich sozial und gesellschaftlich zu engagieren,  war überwältigend. Und immer wieder war zu hören: „Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben.“ Wir vertagten uns mit der Aufgabe, dass sich jeder, der an Bord bleiben wollte, bis zum nächsten Treffen mit etwas konkreteren Ideen auseinandersetzen sollte. Das war die Geburtsstunde eines großartigen Engagements von Ehrenamtlichen.

Sehr bald kristallisierten sich zwei Projekte heraus. Die Übernahme von Paten-/ Mentorenschaften, bei denen Mentoren Flüchtlingen als Lotsen bei ihrem Eintritt in das Leben in Deutschland längere Zeit begleitend zur Seite stehen. Hinter dem anderen Projekt stand die Frage des Wohnraums (nicht nur, aber auch) für Flüchtlinge mit Bleiberecht. Nicht in Ghettos, sondern in einem integrativen Wohnmodell – zusammen mit anderen Bevölkerungsgruppen wie Studenten, Alleinerziehenden, sozial schwächer Gestellten. Ein anspruchsvolles Projekt, gerade in München angesichts der Wohnungsnot und der Grundstückspreise. Aber ohne Visionen und Enthusiasmus  bewegen wir gar nichts.

Es folgte die Zeit des Konzepteschreibens, Überlegungen, wie wir uns organisieren, welchen rechtlichen Rahmen wir uns geben.  Satzung entwerfen, Juristen einbinden, anpassen, mit Behörden abstimmen.  Und neue Menschen für unsere Idee gewinnen. Networking, zu den Organisationen der Ehrenamtlichen vordringen, Termine vereinbaren, Feedback suchen.

07.12.2015         Der gemeinnützige Verein INSOMI ist gegründet. IN tegrativ – SO zial – MI ttendrin. Mit 17 Mitgliedern, vier Vorständen. Und gleich geht´s weiter. Noch vor Weihnachten soll die Homepage stehen. Gut, dass wir in so vielen Disziplinen Profis an Bord haben.

Die Intervalle zwischen den Treffen werden immer kürzer, die Themen immer umfangreicher, die Nächte immer länger. Guten Rutsch.

10.01.2016         Startschuss. Wie wird man Mentor? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen? Wie läuft der Aufnahmeprozess? Was können wir als Verein leisten, was nicht? Datenschutz, Jugendschutzgesetz, Asylrecht, Traumata, Qualitätskriterien, Evaluierungsprozesse, Versicherungs-themen, Buchhaltung, und so weiter und so fort. Und dann gibt es ja auch noch die Suche nach Grundstücken, Suche nach Organisationen, die sich mit dem Thema integratives Wohnen beschäftigen.

Wo bieten wir unsere Mentorenschaften an? Will uns überhaupt jemand? So richtig wahrgenommen werden wir noch nicht. Das ändert sich erst, als wir im Februar offiziell im Vereinsregister eingetragen sind. Jetzt gibt es INSOMI e.V.. Aber wir sind immer noch nicht an den Flüchtlingen dran.

26.01.2016         Das soll sich schlagartig ändern. In Freiham wird eine Flüchtlingsunterkunft, ein Container-Dorf, mit zunächst etwa 120 Flüchtlingen belegt, um die sich ein Helferkreis rührend kümmert. Den Betreiber überzeugt unser Konzept. Schnell wächst das Camp auf über 300 Flüchtlinge an. Aus mehr als 15 Nationen.

Im März starten die ersten Mentorenschaften. Die meisten von uns haben Kinder, also bieten sich Flüchtlingsfamilien mit Kindern an. Das „Matching“ zwischen Mentor und Mentee erfolgt durch eine sorgfältige Auswahl seitens des Betreibers und einem Abgleich mit den Suchkriterien der Mentoren. Erste Grenzen sind schnell erkennbar: fehlende Sprachkenntnisse der Bewohner. Wie soll man da miteinander kommunizieren? Aber gemeinsam in den Park gehen kann man ja schon einmal.

In den folgenden Monaten werden uns zunehmend interessierte Menschen über Organisationen zugetragen, mit denen wir in Kontakt stehen und die unsere Vorgehensweise, unsere Prozesse und unsere Seriösität evaluiert haben. Und man ist immer wieder erstaunt, welch interessante Menschen einem begegnen. Wir organisieren Informationsabende, Mentorentreffen, um sich auszutauschen, gegenseitig zu helfen.

Die Geschichten, die wir erleben, sind so zahlreich und bunt wie die Anzahl der Flüchtlinge. Jeder hat eine andere Historie, jeder trägt ein anderes Schicksal mit sich. Mal aus Afghanistan, mal aus Nigeria, Syrien, dem Irak oder Iran … Doch gemeinsam schaffen wir Erfolgserlebnisse. Hier ein Kindergartenplatz, dort ein zusätzlicher Sprachunterricht, hier rechtzeitig zur Geburt ins Krankenhaus geschafft, dort mit einer Flüchtlingsmutter gemeinsam gekocht. Oder unsere Kinder spielen mit den Flüchtlingskindern, die damit für ein paar Momente loslassen können, Kinder sind, lächeln. Was gibt es Schöneres?

19.09.2016         Bald 20 Mentorenschaften werden aus dem Kreis von INSOMI begleitet. Und wir sind erst am Anfang. Ein unglaubliches menschliches und zeitliches Engagement zeichnet alle Mentoren aus. Ja, manchmal ist es auch ziemlich anstrengend, abends um 20 Uhr nochmals „vorbeizufahren“. Aber ist es andererseits nicht auch ein Riesengeschenk, wenn eine SMS kommt : „Wann kommt ihr wieder? Wir vermissen euch!“ Und die Flüchtlingskinder laufen einem in die Arme, wenn man kommt, wollen nicht mehr loslassen. Nein, wir alle wollen sie, „unsere“  Flüchtlinge, nicht missen.

Nach einem Jahr bleibt nur zu sagen: DANKE AN ALLE!

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