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Tanzperformance mit geflüchteten Kindern

Unter dem Titel „Nicht schlafen“ haben elf Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft Freiham Ende Februar ein ganz besonderes Tanzprojekt entwickelt. Ein Stück, das bei Jung und Alt nachhaltig Eindruck hinterlassen hat. Die Choreographinnen Roselinde Fock-Nüzel und Marie Nüzel haben in einem dreimonatigen Projekt ein Tanzstück zum Thema Schlafen und Wachen erarbeitet.

In der Stille liegt die Kraft

 

Die Stille als Aufforderung wach und achtsam zu sein

Vordergründig ging es zunächst darum, auch die Stille als Aufforderung zu sehen, wach, achtsam und sehr lebendig zu sein. Bildliche Anleihen aus Märchen führten darüber hinaus zu den Träumen von Menschen und all dem, was deren Verwirklichung in unserem Alltag im Wege steht. „Nicht schlafen“ wird als Aufforderung definiert, wachsam zu sein, gut zu handeln und Mut zu beweisen.

Aufgeweckt: Kinder leben ihre Träume

 

Den Zauber im Einfachen erkennen

Zwei erwachsene Tänzerinnen, ehemalige Schülerinnen von Roselinde Fock-Nüzel, gaben dem Tanzprojekt den erzählerischen Rahmen und verbanden auf subtile Weise die Kinder- mit der Erwachsenenwelt. Wie lassen sich hochgesteckte Ziele mit der Realität verbinden? Was müssen wir tun, was können wir und was wollen wir tun, um die Achtsamkeit für den Umgang mit unseren Träumen nicht zu verlieren? Integration, Migration, Digitalisierung, Globalisierung – alles erscheint abstrakt und komplex. Dabei ist es doch viel wichtiger, immer wieder den Zauber im Einfachen zu erkennen und nah am Menschen und seinen tatsächlichen Bedürfnissen zu bleiben.

In den Zwängen des Alltags: Erwachsene tun sich oft so schwer mit dem Träumen

In drei Monaten ans Ziel

Über drei Monate haben die acht Mädchen und drei Jungs einmal pro Woche mit den Tanzpädagoginnen in der Unterkunft gearbeitet. Ende Februar war es dann soweit: Im Kulturzentrum Ubo 9 in Neuaubing wurde das Stück zum Abschluss vor Eltern und Gästen aufgeführt.

Mit Unterstützung von INSOMI

„Ein anrührendes Stück, dass mich sehr beeindruckt hat“, sagt INSOMI-Vorstand Karin Fink. „Vor allem die Träume der Kinder von ihrer Zukunft in Deutschland spiegelten sehr eindrucksvoll ihren noch jungen Weg in die Integration wider. Das macht Hoffnung.“ Und genau deswegen hatte INSOMI das Projekt finanziell unterstützt.

Energie in guten Bahnen lenken

Die beiden Tanzpädagoginnen haben bereits im Sommer ehrenamtlich tänzerisch mit Kindern aus der GU Freiham gearbeitet. Dabei war ihnen aufgefallen, dass die Kinder Unterstützung bei den Themen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit brauchen. „Wir müssen die vorhandene Energie in gute Bahnen lenken“, sagt Fock-Nüzel über die Entscheidung für das Projekt. Von den Fortschritten ihrer Schützlinge ist sie beeindruckt. „Dass es so gut klappen würde, haben wir nicht erwartet.“ Aber um das Gelernte weiter zu vertiefen, müsse das Projekt unbedingt weitergehen. Angedacht sei eine Fortsetzung im Herbst dieses Jahres.

(Alle Fotos von Klaus Bichlmayer, München)