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7. April 2017

Nachgefragt im Ehrenamt: Integrationsgipfel mit der Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute im Kanzleramt in Berlin rund 140 ehrenamtlich engagierte Flüchtlingshelfer aus ganz Deutschland getroffen. Sie bedankte sich bei ihnen stellvertretend für tausende Engagierte für den Einsatz bei der Ankunft und Integration von Flüchtlingen.

Aus erster Hand informiert

Bei einer Podiumsdiskussion der Bundeskanzlerin mit den ehrenamtlich Engagierten ging es vor allem um die praktischen Erfahrungen der Helfer. Angela Merkel wollte aus „erster Hand“ wissen, wo stehen wir aktuell bei der Integration von Flüchtlingen? Von der Unterstützung beim Gang zur Behörde über Sprachkurse bis hin zur Jobsuche und der Integration ins Vereinsleben – welche Erfolge gibt es und wo könnte es besser laufen? Wie es in Zukunft mit der Flüchtlingspolitik und dem ehrenamtlichen Engagement weitergeht, wurde ebenfalls diskutiert.

Mit Blick ins Publikum fragte die Bundeskanzlerin: „Was wünschen Sie sich? Welchen Problemen begegnen Sie immer wieder?“ Viele Hände gingen hoch. Es folgten direkte Antworten der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer: Weniger Bürokratie. Flüchtlinge brauchen Wohnungen. Es sei enttäuschend, wenn Menschen abgeschoben werden. Es müsse viel mehr über positive Beispiele berichtet werden. Die Kanzlerin hörte zu, schrieb mit und antwortete.

 

Podiumsdiskussion im Bundeskanzleramt: Regierungschefin Angela Merkel im Gespräch mit Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe. Die Bundesregierung streamte dazu „live“.

 

Manches braucht länger als man denkt

Flucht, Migration und Vertreibung gehen alle an, so Merkel. Ehrenamtliche, Hauptamtliche und die Behörden müssten zusammenarbeiten, damit Integration gelinge. Darüber sei man sich einig. Aber: „Jeder Mensch ist ein individuelles, eigenes Schicksal. Manches braucht länger als man denkt“, so Merkel. Man müsse gucken, dass es weiter voran geht. 1,5 Millionen Flüchtlinge unterzubringen sei ein langer Prozess. 2015 sei es erst einmal darum gegangen, dass jeder ein Bett kriege. Aber mit der Unterbringung sei es nicht getan. Auch in Kitas und Schulen müssten die Kapazitäten vorhanden sein, so Merkel.

Abschiebungen lassen niemanden kalt

Das Thema Abschiebungen bewegte viele der Ehrenamtler. „Keinen, der sich damit beschäftigt, lässt das kalt“, sagte Merkel. Man könne aber auch nicht das Signal geben, dass jeder kommen könne. Das sei nicht leistbar. „Wer kein Aufenthaltsrecht hat, muss das Land verlassen. Wir versuchen das möglichst oft freiwillig zu machen“, so Merkel weiter.

Gehör gefunden

Die Teilnehmer, darunter auch ein INSOMI-Vertreter, waren begeistert von der offenen, konstruktiven und ergebnisorientierten Diskussion mit der Bundeskanzlerin. Diese erwies sich als sehr interessierte, aufgeschlossene und auch in vielen Details als ausgesprochen sachkundige Gesprächspartnerin.

Kanzleramtsminister Peter Altmaier dankte anschließend den Flüchtlingshelfern für ihren ehrenamtlichen Einsatz und versprach, dass die in Berlin vorgetragenen Anregungen, Kritikpunkte und Vorschläge von der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung aufmerksam registriert worden seien und nun in den entsprechenden Stäben zeitnah auf Umsetzbarkeit geprüft würden.

 

Fotos: Bundesregierung/Bergmann