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16. Dezember 2015

Pilotprojekt Gräfelfing: Wohnen im Miteinander

Zum Jahresbeginn beziehen Flüchtlinge in Gräfelfing eine neue Flüchtlingsunterkunft. Die soliden, ansehnlichen Häuser folgen einem vorbildlichen Konzept.

…. aus der Not eine Tugend machen: Mit einem völlig neuen Ansatz bei der Flüchtlingsunterbringung setzt der Landkreis München an der Großhaderner Straße von Gräfelfing Maßstäbe. „Statt in Traglufthallen werden die Menschen in soliden, ansehnlichen Häusern leben, einfach aber lebenswert“, sagte Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst anlässlich eines „Tages der offenen Tür“ für interessierte Bürger. Landrat Christoph Göbel zeigte sich beeindruckt: „Es ist eine Art Dorf entstanden.“ Hier werden ab Januar in sieben mit Holz verkleideten Häusern 208 Menschen unterkommen. In jedem der zweistöckigen Häuser sich vier Wohnungen, die jeweils für acht Personen Platz bieten.

Das Ensemble ist um eine Art Dorfplatz angeordnet, der mit Bänken und Spielgeräten für Kinder zur Begegnungsfläche werden soll. Unter den interessierten Bürgern beim „Tag der offenen Tür“ war auch Sebastian Brandis. „Ich bin positiv überrascht von dem Konzept und der Realisierung“, sagte der Vorsitzende von INSOMI e.V. Trotz wenig Raum sei Privatsphäre für die Bewohner gegeben. „Die Wohnräume sind schlicht und funktional ausgestattet und wirken dabei sehr wohnlich“, sagte Brandis.

Das Fertighausobjekt wurde vom Starnberger Immobilienunternehmen Ehret und Klein realisiert. Landrat Christoph Göbel zeigte sich zufrieden mit der konzeptionellen Umsetzung. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte Göbel, das hier den Familien ein Leben in Selbstbestimmtheit ermöglicht würde. Das Gräfelfinger Modell könne als „Pilotprojekt“ gesehen werden. Und der Bedarf ist groß, wie Göbel unterstrich. Derzeit müsse der Landkreis jede Woche 145 Menschen unterbringen, im nächsten Jahr würden mehr als 9.000 Flüchtlinge erwartet.